|
Am 21.05.1938 erfolgte die Indienststellung der Gneisenau unter
dem Kommando von Kapitän zur See Erich Förste. Er war
vor dem Kommando der Gneisenau Kommandant auf dem leichten Kreuzer
Karlsruhe, ebenso wie ein Grossteil der Besatzung, die schon vorher
mit Ihm dort ihren Dienst verrichteten. Der erste Offizier, Fregattenkapitän
Schönermark, war bereits längere Zeit Chef des Baubelehrungspersonals
der Gneisenau. Die Stammbesatzung die nun an Bord ist, beträgt
1700 Mann.
Im Zeitraum vom 30.6.1938 bis 08.07.1938 lief die Gneisenau zu
der ersten großen Seereise aus. Sie führt vom Kiel aus
durch den Großen Belt, durchs Skagerrak, entlang der norwegischen
Küste bis in die Höhe von Bergen, dann nach Westen und
nördlich um die Shetland-Inseln herum, die Inseln St. Kilda
umlaufend, weiter nördlich der Hebriden und durch den Pentland
Firth, nördlich Scapa Flow und zurück über die Nordsee
durch das Kattegat nach Kiel. Bis zum September 1938 folgten weitere
Erprobungs- und Übungsfahrten in der Ostsee.
Am 20.09.1938 läuft die Gneisenau das erste Mal in Wilhelmshaven
ein. Sie geht dort ins Schwimmdock, welches sie nach 10 Tagen wieder
verlässt und nach Kiel zurückkehrt. Vom 20.09.1938 bis
02.06.39 folgten weitere Erprobungs- und Übungsfahrten, zum
Teil im Atlantik. Der Heimathafen bleibt ab Anfang 1939 Kiel. Die
Gneisenau nimmt anschließend als Flottenflagschiff bei den
Flottenübungen (02.06.-12.06.1939) teil. Mit an Bord befindet
sich auf Einladung von Gerneraladmiral Raeder der Generaloberst
des Heeres Freiherr von Fritsch, der auch die Taufrede der Gneisenau
gehalten hatte.
Ein Highlight der Fahrten der Gneisenau war die vom 12.06. bis
26.07.39 dauernde große Atlantikreise von Kiel aus zu den
Kanarischen Inseln, Madeira und der Strasse von Gibraltar, der im
Anschluss Gefechtsübungen in der Deutschen Bucht folgten.
|