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20.06.1940: Um 16.00 Uhr Auslaufen mit Admiral Hipper und dem Zerstörer
Karl Galster. Die Operation gilt der Northern Patrol, der vor allem
durch Hilfskreuzer besetzten Absperrung im Raum Island-Faröer-Shetlands-Orkneys.
Die Schiffe steuern im Schärengebiet nach Norden bis Kylla,
dann nach Nordwest. Ein U-Boot an Steuerbord feuert drei Torpedos
auf die Gneisenau, von denen einer am Vorsteven trifft. Die Gneisenau
verliert viel Öl und Lasteninhalt. Alle Gefechtsstationen melden
"klar", und es stellt sich heraus, dass das kein Mann
verloren wurde. Das Riesenleck ist aber eine schwere Beschädigung
des Schiffes. Das Loch über der Wasseroberfläche ist so
groß, dass ohne weiteres ein Verkehrsboot hindurchfahren kann.
Da es in Drontheim kein Dock gibt, kann der Schaden nur durch Taucher
untersucht werden. Das Ergebnis: Schweißen der Risse unter
Wasser und Einsetzen großer Platten an beiden Seiten des Vorschiffes
ist notwendig, damit die Gneisenau nach einigen Wochen unter Geleitschutz
nach Kiel ins Dock zur Reparatur gehen kann.
04.07.1940: Die Seeleute bringen eine Tarnung auf alle Flächen
des Schiffs auf. Dadurch ist die Gneisenau gegen den dunklen, bergigen
und bewaldeten Hintergrund weniger zu erkennen.
19.07.1940: Tanker Friedrich Breme und etwas später der Tanker
Adria kommen längsseit zum beölen.
20.07.1940: Probefahrt im Drontheim-Fjord. Das Schiff läuft
bis 28 kn, die Schotten halten, so dass dem Abmarsch nichts mehr
im Wege steht.
25.07.1940: Auslaufen 19.00 Uhr, Verband in Reihenfolge Gneisenau,
Nürnberg, Admiral Hipper und vier Zerstörern. Durch Trondhjems
Leden, Ytre Fjord, östlich Gripholm und dann nach Westen, mit
wenig Fahrt hinter vier Booten der 2. MS-Flottille mit ausgebrachtem
Otter-Räum-Gerät (ORG). Nachdem sich die Gneisenau in
Drontheim dunkel getarnt hatte, war das Schiff jetzt wieder hellgrau
gestrichen worden. Die Admiral Hipper verlässt in der Nacht
den Verband. Sie soll eine mehrwöchige Unternehmung im Eismeer
gegen englischen Handel durchführen.
26.07.1940: Die Gneisenau läuft etwa 50 sm westlich der Küste
nach Süden, Gneisenau an Bb, Nürnberg an Stb, je ein Zerstörer
außen, die beiden anderen sind Vorreiter. Ständig zwei
"Do 17" als Aufklärer und zwei "Me 110"
als Jagdschutz über dem Verband. Gegen 13.00 Uhr kommen zur
U-Bootsicherung sechs Torpedoboote hinzu. Der Admiral will dicht
unter der norwegischen Küste entlang und dann zur Hanstholm-Durchfahrt
gehen. Kurz vor 16.00 Uhr starke Detonation: das Torpedoboot Luchs,
welches die U-Bootsicherung an Backbord querab übernommen hatte,
verschwindet in einer großen Rauchwolke und sinkt innerhalb
zwei Minuten. Der von dem britischen U-Boot Swordfish geschossene
Torpedo galt der Gneisenau, das Torpedoboot lag genau in der Schußrichtung.
53 Mann werden gerettet, darunter der Kommandant, Kapitänleutnant
Kaßbaum. Unter starkem Minen- und Navigationsgeleit läuft
die Gneisenau, da nur wenige Lichter brennen, bis Nordausgang Großer
Belt, von wo der BSO, Konteradmiral Stohwasser, das Schiff bis nach
Kiel geleitet.
28.07.1940: Die Gneisenau erreicht Kiel. Schon beim Marsch durch
die Kieler Bucht sind von weitem Luftangriffe auf Hafen und Stadt
zu erkennen. Sobald ein angreifendes Flugzeug geortet ist, beginnt
Plan-Sperrfeuer wodurch der Gegner immer wieder abgedrängt
wird. Die Gneisenau geht nach dem Einlaufen sofort in die Werft.
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