| Erteilung des Bauauftrages an die
Marinewerft Wilhelmshaven (ab 1935 Kriegsmarinewerft) am 25. Januar
1934 als »Panzerschiff D - Ersatz ELSASS«. Der Kiel
des Neubaues wurde am 14. Februar 1934 auf der Helling 2 gestreckt,
aber bereits am 5. Juli 1934 folgte ein Baustopp, die veränderte
Lage zwang zur überarbeitung der Konstruktionsunterlagen. Knapp
ein Jahr später, am 15. Juni 1935 erfolgte die Kiellegung ein
zweites Mal. Der Stapellauf am 3. Oktober 1936 wurde in Anwesenheit
Hitlers, der zu so einem Ereignis - wie immer - mit großem
Gefolge erschienen war, vollzogen. Die Taufrede hielt Reichskriegsminister
Generalfeldmarschall von Blomberg, die Taufe vollzog die Witwe des
am B. Dezember 1914 als Kommandant des Großen Kreuzers SCHARNHORST
vor den Falkland-Inseln mit seinem Schiff untergegangenen KptzS
Felix Schultz.
Am 7. Januar 1939 stellte die SCHARNHORST in Dienst. Der Bau des
Schiffes hatte über Gebühr lange gedauert, allein zwischen
Stapellauf und Indienststellung lagen rund 27 Monate. Schon hieran
läßt sich erkennen, daß den Werftkapazitäten
durch den forcierten Aufbau der Kriegsmarine Grenzen gesetzt waren.
Der während des Baus nach und nach eintreffende Besatzungsstamm
war bi s zur endgültigen Einschiffung in der Jachmann-Kaserne
untergebracht.
Der im Januar 1939 vollzogenen Indienststellung folgten erste
Monate intensiver Erprobungen und Ausbildung in der Ostsee mit Kurzaufenthalten
in Pillau, Memel, Saßnitz und wiederholt in Kiel.
Am 1. April lag die SCHARNHORST in Wilhelmshaven. Anlaß
war der Stapellauf des neuen Schlachtschiffes TIRPITZ an diesem
Tage, und das Schiff - die größte anwesende Einheit -
fungierte als Flaggschiff. Nach dem TIRPITZ-Stapellauf versammelten
sich alle hohen Gäste auf der Schanze des Schlachtschiffes
und wurden Zeuge der Ernennung Generaladmiral Raeders zum Großadmiral
durch Hitler.
Von Juni bis August befand sich die SCHARNHORST in der Kriegsmarinewerft
Wilhelmshaven. Zum einen wurden die üblichen, vertragsmäßigen
Restarbeiten durchgeführt, zum anderen erfolgte der Umbau des
Bugs: Wegfall des geraden Vorstevens, dafür Anbau eines Atlantikstevens
(Klipperbugs). Das Vorschiff wurde zugleich etwas verlängert.
Außerdem wurde der Flugzeughangar umgebaut, das Katapult wurde
auf das Dach gesetzt. Der Schornstein erhielt eine Schrägkappe,
und der bisher - wie auf GNEISENAU - an der Achterkante des Schornsteinmantels
sitzende Großmast wurde nach achtern versetzt.
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