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Der Namensgeber: GERHARD JOHANN VON SCHARNHORST, preußischer General.

Geboren am 12. November 1755 in Bordenau/Hannover, gestorben am 28. Juni 1813 in Prag.

Nach dem Besuch der damals in ganz Europa bekannten Kriegsschule in Wilhelmstein im Steinhuder Meer trat Scharnhorst 1778 in hannoversche und 1801 als Oberstleutnant in preußische Militärdienste ein. 1806 war er Generalstabschef des Herzogs von Braunschweiginder Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt. 1807 zunächst in gleicher Funktion bei General von L'Estocq in der Schlacht bei Preußisch-Eylau (früher: Ostpreußen, heute: Rußland), dann noch 1807 Direktor des Kriegsdepartements (Kriegsminister) und Vorsitzender der Militärorganisation. Hier in enger Zusammenarbeit u.a. mit Gneisenau erarbeitete Scharnhorst die Heeresreform: Abschaffung der ausländischen Soldatenwerbung, Einschränkungen der Freistellungen vom Wehrdienst und der in der Armee bevorzugten Stellung des Adels. In der Ausbildung Schaffung der aufgelockerten Gefechtsweise an Stelle des Gefechts im Karree. Trotz Drängen aller Reformer wie Gneisenau, Götzen, Boyen, Freiherr vom Stein gelang es aber Scharnhorst wegen des Widerstands des Königs erst 1813, die Allgemeine Wehrpflicht einzuführen.

Hauptverdienst Scharnhorsts aber war die die Wehrkraft Preußens außerordentlich fesselnden napoleonischen Bestimmungen (Pariser Vertrag von 1808) für die preußische Heeresstärke von 42000 Mann durch ein ausgeklügeltes, Napoleon täuschendes Dienstsystem (»Krümpersystem«) weitgehend zu umgehen. Kurzfristig dienende Rekruten (für die damalige Zeit etwas Neues) sorgten dafür, daß Reserven gebildet werden konnten, ohne die Gesamttruppenzahl von 42000 zu überschreiten.

1809 und 1811 drängte er auf Teilnahme Preußens am Kampf gegen Napoleon auf Seite Österreichs und Rußlands; Scharnhorst (wie auch Gneisenau) scheiterten an König Friedrich Wilhelm III. Erst 1813 durfte er im geheimen in Kalisch (Polen) mit dem Zaren von Rußland die Grundzüge einer künftigen gemeinsamen Kriegführung abklären.

In der Schlacht von Großgörschen als Generalstabschef Blüchers am 2. Mai 1813 verwundet, starb er im Juni 1813 in Prag. Dort hatte er - trotz seiner Verwundung - noch mit Schwarzenberg und Radetzky über den Beitritt Österreichs zum Bündnis mit Preußen/Rußland verhandelt.

Der große militärische und gesellschaftliche Reformator, der strategische Denker Scharnhorst hat nie ein Truppenkommando gehabt. Aber er hat für die Befreiung Preußens vom napoleonischen Joch die neue Armee aufgebaut, sein vorwärtsdrängender Geist- oft genug vom eigenen König und »reaktionären« Generalen behindert-hat die strategisch-politischen Weichen gestellt: Sein Freund und Schüler Gneisenau hat das Werk Scharnhorsts vollendet. Bewußt faßte die Wehrmacht die hier behandelten zwei Schiffe als »Scharnhorst-Klasse« unter Namen zusammen, deren Ausstrahlung heute noch für die Bundeswehr Gültigkeit und Bedeutung haben.