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tabellarischer Lebenslauf der Scharnhorst

25. Januar 1934

Abschluss des Bauvertrages mit der Marinewerft in Wilhelmshaven (ab 1935 Kriegsmarine Werft Wilhelmshaven genannt), als Panzerschiff D.

14. Februar 1934

Kiellegung auf der Helling 2.

5. Juli 1934

Baustopp und Abbruch des vorhandenen Materials, da die ursprünglichen Konstruktionspläne verworfen und neue Spezifikationen erstellt wurden.

15. Juni 1935

Erneute Kiellegung.

3. Oktober 1936

Stapellauf der Scharnhorst. Taufe durch die Witwe von Kapitän zur See Felix Schultz, Kommandant der SMS Scharnhorst, der mit seinem Schiff im Gefecht bei den Falklandinseln am 08. Dezember 1914 unterging.

7. Januar 1939

Indienststellung unter dem Kommando von Kapitän zur See Otto Ciliax.

bis Juli 1939

Erprobungs- und Übungsfahrten in der Ostsee.

Juli - August 1939

Umbau des Vorschiffs, Wegfall des geraden Stevens, dafür Atlantikbug.

bis November 1939

Gefechtsausbildung in der Ostsee.

21. November 1939

Gneisenau (Kommandant Kapän zur See Förste) und Scharnhorst (Kommandant Kapän zur See K. C. Hoffmann) unter Führung von Admiral Marschall verlassen Schillig Reede zu einem Vorstoß nach Norden. Ihre Aufgabe ist, englische Bewachungsstreitkräfte in der Enge zwischen den Faröern und Island zu vernichten und nach Möglichkeit weiter nach Westen vorzustoßen, dort aufzuklären and ggf. deutschen auf dem Heimweg befindlichen Handelsschiffen zu helfen.

23. November 1939

Gegen 16.00 Uhr kommt eine Rauchfahne eines Schiffes in Sicht, welches sich als der Hilfskreuzer Rawalpindi entpuppt und nach einem 14-Minütigem Gefecht sinkt.

27. November 1939

Die Schiffe erreichen ohne Feindberührung die heimischen Gewässer und ankern mittags auf Wilhelmshaven Reede.

27. Januar 1940

Gemeinsames Auslaufen mit der Gneisenau nach Osten. Meilenfahrten vor Neukrug. Anschließend Kaliberschießen der beiden Schlachtschiffe mit Schwerer Artillerie gegeneinander. Danach zurück nach Kiel.

18. Februar 1940

Beginn der Operation Nordmark. Mittags ankerauf. Der Verband besteht aus den Schlachtschiffen Gneisenau und Scharnhorst, dem Schweren Kreuzer Admiral Hipper und den Zerstörern Wilhelm Heidkamp, Karl Galster, Wolfgang Zenker, dazu vier weiteren Schiffen, die sich aber später zu einer eigenen Handelskrieg-Unternehmung im Kattegatt trennen. Abends muss die Wolfgang Zenker wegen plötzlichen Wassereinbruchs in einer Abteilung nach Hause abdrehen. Bei sehr heller Nacht weiter nach Norden durch die Shetland-Enge. Auf große Entfernung wird ein aufgetauchtes U-Boot gesichtet.

19. Februar 1940

Bei Morgengrauen außer vielen Fischdampfern mit holländischer Flagge nichts zu sehen. Zur Tarnung wird die englische Kriegsflagge gesetzt. Vormittags setzen beide Schlachtschiffe zur Aufklärung ein Bordflugzeug ein, ohne Ergebnis. Nachmittags Rückmarsch, da mit feindlichem Geleitzug nicht mehr zu rechnen. Nachts Alarm, ein U-Boot in Sicht; es taucht bald und wird von Wilhelm Heidkamp mit Wasserbomben beworfen.

20. Februar 1940

Bei Hellwerden: Aufnahme des Verbandes durch drei weitere Zerstörer; abends, bei Hochwasser, erfolgt das Einschleusen in Wilhelmshaven.

7. April 1940

Beginn der Operation Weserübung. 00.30 Uhr seeklar. Auslaufen mit der Gneisenau, auf See kommen der Schwere Kreuzer Admiral Hipper und 14 Zerstörer aus der Weser hinzu, jeder von ihnen mit 200 Mann Gebirgsjägern an Bord. Unter dem Schutz der Scharnhorst und Gneisenau werden zehn Zerstörer unter Führung von Kommodore Bonte bis zum Vestfjord, südlich der Lofoten, und dann allein nach Narvik zur Durchführung ihrer Aufgabe gehen, während die Admiral Hipper, mit Konteradmiral Schmundt an Bord, und vier Zerstörern Drontheim besetzen. Um 14.30 Uhr greifen zwölf englische Bomber an, werfen mehrere Bomben, die aber nicht treffen. Diese Maschinen gehörten zu 24 Flugzeugen die einen vergeblichen Angriff gegen Sylt geflogen haben. Der Verband steht um 22.00 Uhr westlich Bergen; Formation: die drei großen Schiffe, dahinter in Kiellinie die 14 Zerstörer.

8. April 1940

Um 06.00 Uhr auf der Höhe von Drontheim, 30 sm von der Küste entfernt. Um 21.00 Uhr wird der Führer der Zerstörer (FdZ) mit seinen Schiffen nach Narvik entlassen. Die beiden Schlachtschiffe stehen nachts mit geringer Fahrt von der Küste ab mit generellem Nordkurs.

9. April 1940

Um 05.00 Uhr, tritt die sogenannte Weserzeit in Kraft, zu der nach Plan die dazu abgeteilten Schiffe in die vorgesehenen Häfen einlaufen sollen: die Alarmglocke ertönt. Alles läuft auf die Gefechtsstationen. Bb querab wird ein großes Kriegsschiff in der beginnenden Dämmerung festgestellt, das sich bald als der britische Schlachtkreuzer Renown erweist. Um 05.05 Uhr Feuereröffnung der Renown, welches von Scharnhorst und Gneisenau erwiedert wird. Nach offizieller britischer Darstellung erhält die Renown zwei schwere Treffer in diesem Gefecht.

10. April 1940

Der Verband weicht weiter nach Norden aus, erreicht morgens etwa 70° N, 7° O.

12. April 1940

Gneisenau und Scharnhorst sind auf dem Rückmarsch, bei Hellwerden stehen sie querab der Orkney-Inseln. Vormittags ist ein englischer Fühlungshalter über den Schiffen, vier Staffeln Bomber starten zum Angriff, finden den Verband aber nicht. Mittags taucht die Admiral Hipper aus dem Nebel auf und schließt sich an. Abends Einlaufen Jade.

4. Mai 1940

Fernschreiben der Flotte mit dem Befehl, dass Gneisenau, Scharnhorst, Admiral Hipper, Nürnberg und drei Zerstörer beschleunigt zu Übungen in die Ostsee gehen sollen.

4. Juni 1940

Beginn der Operation Juno. Unter Führung des Flottenchefs Admiral Wilhelm Marschall; Gneisenau, Scharnhorst, Schwerer Kreuzer Admiral Hipper mit Konteradmiral Schmundt und vier Zerstörern unter Führung des FdZ Kapitän zur See Bey: Hans Lody (v. Wangenheim), Hermann Schoemann (Detmers), Erich Steinbrinck (Johannesson) und Karl Galster (v. Bechtolsheim). Zusätzliches U-Bootgeleit durch die Torpedoboote Jaguar und Falke bis Skagen. Der Verband marschiert hinter einem großen Sperrbrecher bis Südende Großer Belt, wo sich der Führer der Minensuchverbände Ost, Konteradmiral Stohwasser, mit seinem Führerboot Hay vor die Schiffe setzt.

5. Juni 1940

Die Kampfgruppe läuft dicht an der schwedischen Küste entlang und geht unter Geleit der 1. R-Flottille durch die Skagen-Sperrlücke, sie holt wegen eines gemeldeten Feind-U-Bootes weit nach Westen aus und geht dann auf nördliche Kurse. Ein Flugzeug wird auf 60 km ausgemacht,

6. Juni 1940

Sehr schlechte Sicht, teilweise nebelig. Die Schiffe passieren außer Sicht Stadlandet, später mehrere Drontheim vorgelagerte Inseln. Sie steuern Treffpunkt mit dem Tanker Dithmarschen an, der um 19.00 Uhr erreicht wird.

7. Juni 1940

Mit 45° und 5 bis 7 kn steuern die Schiffe langsam nach Nordosten, bis Admiral Hipper gegen Abend ihre Ölübernahme beendet hat. Mittags steht der Verband auf 68° 45' Nord, 1° 17 Ost. Um 20.30 Uhr ist Sitzung der Kommandanten und Chefs beim Flottenchef auf der Gneisenau. Sie kommen von allen Seiten längsseit. Der Verband liegt während dieser Stunden gestoppt. Admiral Marschall hielt es für zweckmäßig, über Lage und über Feindnachrichten zu informieren. Da Harstad wiederholt als Ziel der Unternehmung befohlen worden war, nahm der Flottenchef nach dieser Sitzung mit dem Verband Kurs auf den Vaagsfjord zur Durchführung der Aufgabe. Am Abend wird der Funkspruch eines Aufklärungsflugzeuges aufgenommen, nach dem es über Harstad nur von einem Kanonenboot beschossen worden sei, der Hafen scheine leer zu sein. Aufgrund dieses FT entschließt sich Marschall, auf den Geleitzug zu operieren.

8. Juni 1940

Gegen 06.00 Uhr Sichtung eines Tankers mit kleinem Bewacher. Die Mittelartillerie der Gneisenau versenkt den Tanker, Admiral Hipper den Bewacher. Gegen Mittag wird vom Vormars auf 50 000 m ein großer Dampfer mit zwei Schornsteinen gesichtet, weiter ab fährt ein kleinerer Dampfer. Admiral Hipper bekommt Befehl, das größere Schiff zu versenken, das andere wird beim Näherkommen als Lazarettschiff erkannt, das unbehelligt weiterlaufen kann. Mittags werden die Hipper und die vier Zerstörer nach Drontheim zur Brennstoffergänzung entlassen. Während die beiden Schlachtschiffe nach Norden zur Ölübernahme aus der Dithmarschen laufen, wird um 17.00 Uhr auf rund 50 km Entfernung eine Mastspitze gemeldet. Die Kampfgruppe dreht sofort auf sie zu. Es handelt sich um den Flugzeugträger Glorious, eskortiert von zwei Zerstörern. Die Scharnhorst steht in der breiten Dwarslinie der beiden Schiffe näher am Gegner. Sie eröffnet daher das Feuer. Die Gneisenau fällt bald mit ein. Nicht lange nach Feuereröffnung sinkt der Zerstörer Ardent, zehn Minuten später kentert die Glorious mit fast der gesamten Besatzung. Der zweite Zerstörer, die Acasta, fährt weiterhin Angriffe auf den Verband. Ihre letzten Torpedos werden auf eine Höchstschußentfernung abgefeuert, bis sie kurz darauf versinkt. Die Scharnhorst erhält in diesem Gefecht einen Treffer achtern in Abt. III und IV.

9. Juni 1940

Befehl von der Gruppe West mit beiden Schlachtschiffen nach Drontheim zu gehen. Am 9. Juni kommen vier Zerstörer zum U-Bootgeleit entgegen, dazu als weitere Sicherung einige He 115 und Me 109. Um 16.00 Uhr wird vor Drontheim geankert. Die Gneisenau Munition aus dem Dampfer Alstertor.

10. Juni 1940

Rückkehr nach Trondheim.

1. Juni 1940

Nach behelfsmässigen Reparaturen in Trondheim, kehrt die Scharnhorst zurück nach Kiel.

28. Dezember 1940

Unter Geleitschutz verlassen Gneisenau und Scharnhorst Kiel.

29. Dezember 1940

Passieren der Skagen-Sperre. Wegen starker See wird die Fahrt von 25 kn langsam erst auf 22 und bald auf 17 kn vermindert. Dennoch hat die Gneisenau bereits die ersten Seeschäden. Der Verband geht in das Schärengebiet beim Korsfjord. Der Flottenchef wartet wegen der Reparaturen auf entsprechende Entscheidung des OKM. Dieses bestimmt die Operation abzubrechen.

21. Januar 1941

Beginn der Operation Berlin zusammen mit der Gneisenau. Auslaufen aus Kiel. Am Südausgang des Großen Belts wird über Nacht geankert.

22. Januar 1941

Ankerauf. Gegen 23.30 Uhr 12 sm nördlich Läsö Ankern bis zum 25. 1. vormittags, da abgeteilte T-Boote wegen starken Oststurms nicht auslaufen können und ein größerer Feindverband im Seegebiet Stavanger gemeldet wurde und das Auslaufen von ihnen nicht entdeckt werden sollte. Abends wird die Kristiansand-Sperrlücke passiert, ab etwa 19.30 Uhr geht der Verband auf 25 kn.

26. Januar 1941

Vormittags in Höhe Stadlandet.

27. Januar 1941

Um 04.00 Uhr dreht der Verband auf 204° und steuert mit geringerer Fahrt die Island-Passage an.

28. Januar 1941

Gegen 06.22 Uhr wird Bd voraus ein sich schnell näherndes Objekt erfasst, Gefechtsalarm. Die Gneisenau dreht sofort um 8 Dez nach Stb. Auf neuem Kurs, etwa 330°, sichtet auf der Brücke ein Signalmaat einen Schatten, der schnell als Zerstörer (wahrscheinlich Tribal-Klasse) ausgemacht wird und in kürzester Zeit auf 30 bis 35 hm an Bb steht. Später melden zwei Maate vom Zielgeber im Vormars, dass sie in der Mitte des Gegners zwei weiße Wassersäulen gesehen hätten, als wenn zwei abgeschossene Torpedos ins Wasser geklatscht wären. Es werden weder Torpedolaufbahnen noch Geräusche registriert. Ein Feuerbefehl bleibt auf beiden Schiffen aber aus. Da der Durchbruch somit gescheitert ist, dreht der Verband bei 62° 40 N und 18° W um auf 40° und später auf 60 und 90. Bis zum Hellwerden werden weitere Kontakte gemeldet, aber eine Feindberührung bleibt aus. Mittags kommt an Bb auf ungefähr 320 hm ein Kriegsschiff in Sicht. Die deutschen Schiffe drehen etwas ab, um Feindkontakt zu vermeiden. Nachmittags Fliegeralarm, ein einzelner Aufklärer ganz weit weg im Süden, später noch einer. Sie verschwinden ohne die Schiffe gesichtet zu haben. Der Plan, durch die Island-Passage durchzubrechen wird aufgegeben, stattdessen wird der Durchbruch durch die Dänemark-Straße geplant.

29. Januar 1941

Gegen 09.00 Uhr kommt die Gneisenau auf etwa 68° N u. 1/2° O längsseit, um einen Wurfbeutel mit einem Funkspruch von der Flotte an die Gruppe West zu übernehmen und ihn anschließend mit einem Bordflugzeug zum Admiral Nordküste in Drontheim zu bringen, was auch erfolgreich durchgeführt wird.

30. Januar 1941

Treffen mit dem Tanker Adria zur Ölübernahme. Wegen der schlechten Wetterlage dauert der Vorgang bis zum 2. Februar.

3. Februar 1941

Früh morgens zwingt starkes Eis die Schiffe, nach Süden, teilweise sogar nach Südosten auszuweichen und dichter unter die isländische Küste zu gehen. Ab 18.00 Uhr stehen die Schiffe in 25 km Entfernung dicht vor der Nordwestende Islands.

4. Februar 1941

gegen 04.00 Uhr voraus ein Schiff. Gneisenau und Scharnhorst drehen um mehrere Dez ab. Der Gegner kommt an Bb langsam achteraus und verschwindet. Die Schiffe gehen auf den alten Kurs zurück und laufen auf alten Kurs weiter. Admiral Lütjens macht mittags ein Flaggensignal: Zum ersten Mal in der Seekriegsgeschichte ist es deutschen Schlachtschiffen gelungen, in den freien Atlantik einzudringen. Und nun ran!. Abends wird der 60. Breitengrad passiert.

5. Februar 1941

Die Schiffe passieren auf Kurs 220° die Südspitze Grönlands, das Kap Farvel in 60 sm Entfernung. Mittags trifft der Verband den Tanker Schlettstadt zur Ölübernahme.

6. Februar 1941

Nach Beendigung der Ölübernahme SO-Kurs.

7. Februar 1941

Beide Einheiten marschieren 40 sm auseinander und dampfen auf NW- bzw. SO-Kurs mit 15 kn auf und ab.

8. Februar 1941

Am Morgen ortet das Dete-Gerät der Gneisenau auf große Entfernung zwei nach Westen laufende unbeladene Schiffe, die aber laufen gelassen werden. Ab 07.15 Uhr alles auf Gefechtsstationen. Eine Stunde später werden auf 350 hm die oberen Maste dreier Schiffe gesichtet. Die Gneisenau läuft ab, Lütjens setzt aber die Scharnhorst auf diese Schiffe an. Die Gneisenau dreht nach etwa einer Stunde wieder zurück, um diese Schiffe in die Zange zu nehmen. Bevor der Gegner in Sicht kommt, meldet die Scharnhorst, es habe ein Schlachtschiff (HMS Ramillies) in Sicht. Der Angriff wird daher abgebrochen.

10. Februar 1941

Die Scharnhorst und die Gneisenau ziehen sich wieder auf 40 sm zur Standlinie auseinander.

14. Februar 1941

Morgens Treffen mit den Tankern Schlettstadt und Esso zur Ölübernahme.

17. Februar 1941

Die Gneisenau steht wieder mit der Scharnhorst 40 sm auseinander auf und ab, nur etwa 250 sm ostwärts Kape Race (Neufundland).

22. Februar 1941

Gegen 10.00 Uhr einzelne Rauchwolken in Sicht. Am gleichen Tage werden insgesamt vier Schiffe entdeckt und versenkt. Nachmittags entdeckt das Bordflugzeug der Gneisenau einen Dampfer. Gegen 22.00 Uhr in 358° Schiffspeilung auf 198 hm hat diese eine EM Il-Ortung. Das fremde Schiff kommt auf 45 hm in Sicht, auf 25 hm wird unter Scheinwerferbeleuchtung mit der Mittelartillerie das Feuer eröffnet. In wenigen Minuten brennt das Schiff und bekommt starke Schlagseite. Es werden 32 Überlebende aufgenommen.

26. Februar 1941

Nachmittags Treffen mit dem Versorger Ermland und dem Tanker Friedrich Breme.

28. Februar 1941

Um 07.00 Uhr ist die Übernahme beendet. Die Gefangenen der versenkten Handelsschiffe werden an die Ermland abgegeben. Mit Ostkurs Kurs aufgenommen gegen die Nord-Süd-Geleite.

3. März 1941

Der Verband steht 350 km entfernt von den Kanarischen Inseln.

5. März 1941

Der Verband wird von U 104 gesichtet und gemeldet.

6. März 1941

Standort 24° N, 20° W. Auf 250 hm wird der U-Bootsturm von U 124 gesichtet. In Rufweite werden Feindnachrichten und Absichten ausgetauscht.

7. März 1941

Standort 19° 31' N mit Kurs 160'. Gegen 11.00 Uhr meldet die Scharnhorst, die 35 sm westlich marschiert, in etwa 22 sm voraus ein Schlachtschiff mit westlichem Kurs. Auf der Gneisenau sichtet man gegen Mittag insgesamt 12 Dampfer. Im Verlauf der nächsten beiden Tage ergebnislose Versuche die Eskorte (bestehend aus dem Schlachtschiff Malaya und zwei Kreuzern) von dem Geleitzug SL-67 wegzulocken. Der Angriff auf diesen wird deshalb abgebrochen.

11. März 1941

Ölübernahme der Gneisenau aus der Uckermark, der Scharnhorst aus der Ermland, der früheren Altmark. Am nächsten Tag noch Proviantübernahme für eine weitere Woche. Nachmittags ist Kommandantensitzung beim Flottenchef, an der auch die Trossschiff-Kapitäne teilnehmen. Abends Marsch nach Norden. Die beiden Trossschiffe werden mitgenommen. Sie sollen die Aufklärungslinie außerhalb der beiden Schlachtschiffe nach außen verlängern, und zwar bei einem Abstand zwischen den vier Schiffen von je 30 sm.

15. März 1941

Früh morgens sichtet das linke Flügelschiff, die Uckermark, einen Tanker auf Westkurs. Die Gneisenau marschiert hinterher und bringt es als Prise auf. Zwei weitere Tanker werden angehalten und mit Prisenkommandos in Marsch gesetzt.

16. März 1941

Die Gneisenau versenkt sechs weitere Handelsschiffe. Die abseits liegende Uckermark meldet ein sich schnell näherndes großes Kriegsschiff, das sie gleich darauf als Nelson oder Rodney angibt. Durch Ausweichbewegungen und hoch gesteigerte Fahrt kann die Gneisenau entkommen. Nach dem Sammeln mit der Scharnhorst geht der Verband auf Ostkurs mit Richtung auf Brest.

22. März 1941

Gneisenau und Scharnhorst erreichen Brest. Die Scharnhorst hat 8 Schiffe mit insgesamt 49.300 Tonnen während dieser Fahrt versenkt.

März 1941 - Februar 1942

Währen der Stationierung in Brest wird die Scharnhorst Ziel mehrerer Bombenangriffe und von 5 Bomben getroffen, die erheblichen Schachen verursachten.

11. Februar 1942

Der Durchbruch durch den Kanal beginnt. Die Schiffe laufen um 23.00 Uhr aus Brest aus in der Reihenfolge Scharnhorst (Kapitän zS K. C. Hoffmann) mit dem BdS Vizeadmiral Ciliax an Bord, Gneisenau (Kapitän zS Fein) und Prinz Eugen (Kapitän zS Brinkmann), anschließend folgen die fünf Zerstörer, die in freier See auf ihre vorgesehenen Sicherungsplätze ausscheren.

12. Februar 1942

Um 01.12 Uhr wird die Insel Ouessant passiert. Um 02.00 Uhr spricht der Kommandant durch die Lautsprecheranlage zur Besatzung und gibt ihr die Aufgabe des Verbandes bekannt. Um 10.15 Uhr stoßen die Boote der 2. und 3. T-Flottille aus Le Havre und Dünkirchen zum Verband, und ab 11.00 Uhr stehen zehn Boote der 4. Schnellbootflottille als Flankensicherung feindwärts. Die 5. T-Flottille mit den Booten der Möwe- und Jaguar-Klasse, aus Vlissingen kommend, stoßen um 13.26 Uhr zu dem Verband, als er gerade die erste Feindberührung gehabt hat. Die engste Stelle des Kanals, zwischen Dover und Calais, wird um 12.56 Uhr passiert, und erst 35 Minuten später werden die ersten Gegnermaßnahmen deutlich. An Bb hört und sieht man Aufschläge von Granaten einer Landbatterie. Sie, die von einer 23,4-cm-Batterie bei Dover kommen, erreichen die mit hoher Fahrt ablaufenden und sich daher schnell aus dem Zielbereich der Batterie entfernenden Schiffe nicht mehr. Ab 13.32 Uhr greifen insgesamt sechs Torpedoflugzeuge vom Typ Swordfish an. Keiner der abgeschossenen Torpedos traf. Etwa gleichzeitig greifen britische Torpedo-Motorboote aus Dover erfolglos an. Unmittelbar vor dem Torpedobootangriff trifft eine der von den Engländern ausgelegten Minen die Scharnhorst, die darauffolgend Fahrt verliert und bewegungslos auf See treibt. Der Kommandant der Gneisenau übernimmt die weitere Führung des Verbandes und geht mit einer Kursänderung an dem havarierten Flaggschiff vorbei. Vier Torpedoboote bleiben bei der Scharnhorst. Der Zerstörer Z 29 geht längsseit von der Scharnhorst, um den Befehlshaber mit seinem Stab zu übernehmen. Während der folgenden beiden Stunden gibt es immer wieder einzelne Angriffe durch Torpedoflugzeuge vom Typ Beaufort. Da die Wolkendecke aber niedrig ist, finden viele Feindflugzeuge den Verband nicht. Gegen 19.10 Uhr beginnt die Abenddämmerung und die Luftangriffe durch Bomben oder Torpedos hören aber auf. Als die Dunkelheit bereits einsetzt, läuft auch die Gneisenau auf eine Mine. Durch die Erschütterung fallen alle Sicherungen heraus. Das Schiff hat zunächst keinen Strom. Waffen und Maschinen fallen für kurze Zeit aus. Nach einer Viertelstunde ist die Gneisenau wieder auf dem Weitermarsch, ohne sichtbare Schäden. Die Scharnhorst erhält später einen zweiten Minentreffer, der den Einbruch von 1000 t Wasser verursacht. Das Schiff läuft aber dennoch mit eigener Kraft weiter. Der Verband hat sich inzwischen aufgelöst, da ein Formationshalten bei den wechselnden Gefechtslagen und den Abwehrbewegungen der einzelnen Schiffe und Boote und der ständigen Höchstfahrt nicht möglich ist.

13. Februar 1942

Mit dem Hellwerden am 13. Februar ist der Verlegungsbefehl ausgeführt. Gneisenau und Prinz Eugen gehen um 03.44 Uhr vor der Elbmündung vor Anker, die Scharnhorst marschiert nach Wilhelmshaven wo sie gegen 12:30 an der Seydlitzbrücke festmacht, die Zerstörer nehmen Kurs auf Wesermünde und die Torpedo- und Schnellboote zunächst auf Helgoland. Die Sicherungsstreitkräfte verloren bei diesem Unternehmen ein Minensuchboot bei den Vorbereitungen zum Durchbruch und ein Markboot während der Unternehmung.

14. Februar 1942

Eindocken in Wilhelmshaven zur Feststellung der Schäden die durch die Minentreffer während der Operation Cerberus entstanden sind.

15. Februar 1942

Überfürung zu den Deutschen Werken Kiel, da die festgestellten Schäden höher waren als zuerst angenommen.

bis Januar 1943

Reparatur- und Wartungsarbeiten in Kiel und Gotenhafen sowie Erprobungsfahrten in der Ostsee.

10 - 11 Januar 1943

Operation Fronttheater: Scharnhorst, Prinz Eugen die Zerstörer Friedrich Ihn, Paul Jacobi und Z-24 verlassen Gotenhafen (Gdynia) Richtung Norwegen.

11. Januar 1943

Aufgrund von Warnungen vor Luftangriffen kehrt der Verband zurück nach (Gdynia).

23 - 27 Januar 1943

Operation Domino: Scharnhorst, Prinz Eugen die Zerstörer Erich Steinbrinck und Z-39 verlassen Gotenhafen (Gdynia) Richtung Norwegen.

27. Januar 1943

Durch eine missglückte Versorgung der Zerstörer durch die Scharnhorst kehrt der Verband zurück nach Gotenhafen (Gdynia).

6 - 9 März 1943

Operation Paderborn: Im dritten Anlauf verlassen die Scharnhorst und die Zerstörer Z-28, Erich Steinbrinck und Friedrich Ihn Gotenhafen Richtung Norwegen.

9. März 1943

Ankunft in der Bogenbucht bei Narvik. Am 11 März stossen die Lützow die Nürnberg hinzu. Später kommt noch die Tirpitz hinzu, während die Nürnberg zurück nach Deutschland verlegt wird.

bis 22 März 1943

Übungsfahrten.

22. März 1943

Scharnhorst und Tirpitz verlegen in den Altafjord. Scharnhorst ankert dabei im Langfjord die Tirpitz im Kåfjord.

8. April 1943

Exposion in Abteilung III an Bord der Scharnhorst. 17 Tote und 20 Verletzte. Ursache ungeklärt, vermutet wird Sabotage während der Arbeiten in Gotenhaven.

bis 6 September 1943

Abschluss der Reparaturarbeiten, danach Übungen mit Tirpitz und Lützow.

6 - 9 September 1943

Operation Sizilien: Scharnhorst, Tirpitz und 9 Zerstörer (Erich Steinbrink, Karl Galster, Hans Lody, Theodor Riedel, Z-27, Z-29, Z-30, Z-31, Z-33) greifen die Festungen auf Spitzbergen an.

September - Dezember 1943

Zuerst Stationierung in Kåfjord, dann in Langfjord.

25 - 26 Dezember 1943

Operation Ostfront: Unter dem Kommando von Konteradmiral Bey, verlassen Scharnhorst und die Zerstörer Z-29, Z-30, Z-33, Z-34 und Z-38 die Fjorde um den Konvoi JW-55B der auf dem Weg nach Murmansk ist, abzufangen. Nachdem die Zerstörer die Scharnhorst verlassen hatten, wird diese durch englische Kreuzer entdeckt und gestellt. Wenig später greift auch das Schlachtschiff HMS Duke of York in das Geschehen ein. Nach mehrstündigem Gefecht sinkt die Scharnhorst am 26.12.1943 um 19:45 Uhr in der Nähe des Nordkaps bei 72°16´ Nord und 28°41´ Ost. 1.932 Besatzungsmitglieder sterben, nur 36 überleben.

10. September 2000

Das Wrack der Scharnhorst wird durch die norwegische Maine entdeckt.

28. September 2000

Weiterer Tauchgang zum Wrack der Scharnhorst. Die Scharnhorst liegt in 290 Metern tiefe und ist stark zerstört. Sie liegt Kieloben, viele Teile der Hauptstruktur sind komplett zerstört, ein Teil der oberen Aufbauten ist komplett vom Rumpf abgetrennt und liegt abseits vom Hauptwrack.