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Da die Tirpitz nun in der Reichweite von Lossiemouth lag, hatte
das Bomberkommando zwei ,Lancaster`Staffeln für den nächsten
Angriff vorgesehen. Allerdings mußten die Flugzeuge für
diesen Zweck verändert werden. Das geschah durch den Ausbau
des mittleren oberen Turms - des gepanzerten Abwehrstandes des Bordschützen
-, an dessen Stelle ein zusätzlicher Treibstoffbehälter
für 1360 Liter eingebaut wurde. Die 1460 PS-Rolls Royce-Merlin
22-Motoren wurden gegen 1620 PS-Merlin 24 S-Motoren ausgetauscht.
Somit erhielten die Lancaster den benötigten Aktionsradius
und die Leistung, um überladen starten zu können.

Als der Wind am 28. Oktober drehte, verschwanden auch die Wolkenfelder,
die sich bis dahin in mittlerer Höhe befunden hatten, und in
den frühen Stunden des 29. Oktober starteten 32 Lancaster von
Lossiemouth zu einem neuen Angriff auf die Tirpitz. Inzwischen drehte
der Wind jedoch zurück auf West, und wieder behinderten die
Wolken ein Zielen aus einer Höhe von 3950 m, die das erforderliche
Minimum des Abwurfs war, damit eine 5454 kgBombe durchschlagen konnte.
Der Angriff kam nicht überraschend und wurde von massierten
Flaksperrfeuer empfangen. Ein Nebelschleier war jedoch nicht vorhanden.
Die Besatzungen der Lancasters waren jedoch hartnäckig und
machten bis zu vier Anflüge. Aber die dichtesten Aufschläge
lagen an der Bb-Seite, in einem Abstand von 15 m Höhe Ruder.
Eine Lancaster wurde beim Abdrehen von der Flak getroffen, so daß
sie in Schweden notlanden mußte. Trotzdem, die Tirpitz war
durch die Nahtreffer beschädigt worden. Die Bb-Außenhaut
riß auf, die Außenstopfbuchse der Bb-Welle wurde zerstört,
das Achterschiff an der Bb-Seite auf 35 m geflutet. Der Rudermaschinenraum
2 lief voll Wasser, die Bb-Welle hatte einen Schlag und saß
damit fest, das Bb-Ruder war beschädigt. Die verbogene Welle
war nur in einer Werft zu reparieren, gemeinsam mit den Schäden
im Vorschiff. Dieser letzte Angriffsschlag hatte die Tirpitz endgültig
bewegungsunfähig gemacht. Man ging ab jetzt dazu über,
sie in offiziellen Berichten nur noch als "Schwimmende Batterie"
zu bezeichnen.
Vor der Verlegung nach Tromsö waren ihre Torpedosprengköpfe
schon von Bord gegeben worden, desgleichen der Flugzeugtreibstoff
und die gesamte Flugzeugbewaffnung und -munition. Ihre Besatzung
wurde nun auch verringert, insbesondere das schiffstechnische Personal,
von dem lediglich Personal zur Wartung und Instandhaltung für
den für die Turbogeneratoren erforderlichen Kesselbetrieb und
sonstige Dienste an Bord verblieben. Das Auffüllen des Loches
unter der Tirpitz begann am 2. November. Am Abend des 11. November
war die Arbeit zur Hälfte ausgeführt.
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